15./16. Oktober 2021

Die Große Transformation II:
Die Dialektik von individueller und sozialer Entwicklung

„Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss alles sich ändern.“ Mit diesem bekannten Zitat von Giuseppe Tomasi di Lampedusa lässt sich das Paradox unserer Zeit markieren. Und unwillkürlich stellt sich die Frage, ob damit nur die Veränderung äußerer Verhältnisse gemeint ist oder auch eine Selbsttransformation, welche sich gleichzeitig mit institutionellen Veränderungen ereignen soll und muss.

Aufgeworfen wird in dem Kolloquium also die Frage nach dem Subjekt der Transformation: Wahrnehmung, Denken und Erkennen finden zuallererst im Individuum statt. Lässt sich davon ausgehend ein Weg zu einem Bewusstseinswandel finden, weg von einer instrumentellen Verstandeswissenschaft hin zu einer inklusiven kokreativen und kollaborativen Wissenskultur der Zukunft? Müsste dazu die frühere Stärke und die große Errungenschaft des modernen Wissenschaftsbetriebs - der Ausschluss der menschlichen Subjektivität aus der Wissensproduktion - im Anschluss an Steiner und Goethe zum Teil zumindest zurückgenommen oder weiterentwickelt werden? Findet dies nicht statt, besteht die Gefahr, dass die "Große Transformation" lediglich ein weiteres Projekt des Blocks aus Wissenschaft/Technik/Politik/Wirtschaft wird, ohne dass der instrumentalisierende Gewaltcharakter der gegenwärtigen Wissensproduktion gegenüber Mensch und Natur ausbalanciert werden könnte.

Ort: Forum 3, Gymnasiumstr. 21, 70173 Stuttgart

Teilnahmebedingungen:

Die Werkstatt am Freitagabend ist öffentlich, eine besondere Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Forschungskolloquium ist ausgelegt für Menschen, die sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben. „Neulinge” sind als interessierte Gäste und
Zuhörer willkommen und herzlich eingeladen.

Da wir sind dringend auf Hilfe zur Kostendeckung der Veranstaltung angewiesen sind, erbitten wir Spenden, die Sie nach eigenem Vermögen und Ermessen ansetzen können.

Anmeldung: Hier zum Anmeldeformular

Kontakt: Bitte per E-Mail an

Programm: Hier downloaden

Programm

Freitag, 15. Oktober 2021
19:00 - 21:30 Uhr

Öffentliches Werkstattgespräch, keine Anmeldung erforderlich

Übergänge – Historische Wandlungsformen des Ich in der Geistesgeschichte

Vortrag von Prof. Dr. Harald Schwaetzer, anschließend Gespräch
Moderation: Ulrich Morgenthaler (Forum 3).

Teilnahmebeitrag nach Selbsteinschätzung (Richtsatz EUR 10)

 

Samstag, 16. Oktober 2021
9:00 - 18:30 Uhr

Ökologie des Bewusstseins. Ich-Bildung als Nadelöhr für eine ökologische Transformation

Johanna Hueck, Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte e.V., Bernkastel-Kues

Naturwahrnehmung als Grundlage transformativen Handelns. Mit Beispielen aus der Übungspraxis in Seminaren und Workshops

Dr. Stephan Stockmar, Wort-GartenWerk, Frankfurt/Main,
Dr. Lydia Fechner, Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte e.V., Bernkastel-Kues

Evolution und Transformation von Institutionen: Die Dialektik von (transformativer) Handlung und Struktur

Prof. Dr. André Bleicher, Hochschule Biberach

Podiumsdiskussion: Drei Ansätze transformativen Denkens in der Diskussion: Ideen, Institutionen, Technologien

Johanna Hueck, André Bleicher, Dipl.-Ing. Stefan Padberg (Institut für soziale Gegenwartsfragen e.V. Stuttgart)