Kein Wirtschaftswachstum, keineswegs Stagnation

Kein Wirtschaftswachstum bedeutet nicht zwangsläufig Stagnation oder Stillstand. Roland Koenigsdorff von der Hochschule Biberach befasst sich seit jeher mit kybernetischen und systemanalytischen Fragestellungen. In diesem Beitrag gibt er einen ingenieurwissenschaftlichen Einblick in die Frage des Wirtschaftswachstums und des Wachstumsmodells.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
Albert Einstein

Fragwürdiges zur Darstellung des Wirtschaftswachstums

2024 stehen in Deutschland außergewöhnlich viele Wahlen an, bei denen die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung und der wirtschaftspolitischen Kompetenz der Parteien eine entscheidende Rolle spielen wird. Zudem bietet die Wahlberichterstattung in den Medien einem breiten Publikum interessante Einblicke in die Vermittlung quantitativer und statistischer Daten. 

Wie Parteien, Gruppierungen und Kandidierende jeweils abschneiden, wird in Prozent der insgesamt abgegebenen Wählerstimmen gemessen. Veränderungen der Prozentwerte zur vorhergehenden Wahl sowie Unterschiede zu anderen Wahlen oder Regionen werden dagegen in Prozentpunkten angegeben – nicht in Prozent. Prozentpunkte beziehen sich immer auf dieselbe Basisgröße – hier die Gesamtzahl der
Stimmen – und sind direkt vergleichbar. Veränderungen von Wahlergebnissen in Prozent sind nicht direkt vergleichbar, weil sie sich auf die jeweilige Partei beziehen.