24./25. Juni 2022

Die Große Transformation III:
Die Zukunft moderner Gesellschaften und die Metamorphosen der Ökonomie

Die Welt steht am Abgrund, so hat UN-Generalsekretär António Guterres die aktuellen Entwicklungen mit ungewohnter Deutlichkeit auf den Punkt gebracht. Stürme , Hitzewellen , Waldbrände oder Flutkatastrophen wie die im einstmals idyllischen Ahrtal lassen keinen Zweifel – der menschengemachte Klimawandel verändert den Planeten. Das Ausmaß globaler ökologischer und sozialer Gefahren ist seit Jahrzehnten bekannt und dennoch geschieht wenig bis nichts. Die Einsicht lässt sich aber nicht mehr länger verdrängen: Das kapitalistische Perpetuum mobile funktioniert nicht mehr. Die planetarischen Belastungsgrenzen sind erreicht und damit geht es nicht mehr – wie in den Hochphasen des Kapitalismus - um Verteilungsfragen, nicht um ein Stück vom Kuchen, sondern um die ganze Bäckerei!

Ein strukturell expansiver Kapitalismus ist mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit letztlich unvereinbar. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Gesellschaft, angesichts realer Verwerfungen, auf Krisenmanagement verlegt. Doch eine Gesellschaft kann nicht auf positive Gestaltungsziele verzichten, will sie nicht Katastrophenangst als Treiber von Entwicklungen legitimieren. Diese positiven Gestaltungsziele lassen sich grob umreißen, indem die zweite Große Transformation als Gegenbild zur ersten Großen Transformation (Karl Polanyi) entworfen wird: Während die Kommodifizierung von Kapital, Arbeit und Natur den strukturell expansiven Kapitalismus erzeugte, wird die Dekommodifizierung dieser Produktivkräfte ihn zähmen können?

Im Einzelnen sollen folgende Themen behandelt werden:

  • Ist, wie Ulrike Herrmann (TAZ) ironisch formuliert, „Kein Kapitalismus auch keine Lösung“?

  • Wie gelingt die Transformation der Industriegesellschaft zur planetarischen Kreislaufwirtschaft?

  • Können Schrumpfungsprozesse in die Ökonomie integriert werden? Kann die Gesamtwirtschaft als eine Synthese von Aufbau- und Abbauprozessen verstanden werden?

  • Wie können die einzelnen Akteure zu Subjekten der Transformation werden?

  • Was können Wirtschaftsdemokratie (Fritz Naphtali, Ota Šik), Gemeinwohlökonomie oder wirtschaftliche Assoziationen beitragen?

  • Gelingt es über Formen der Kapitalneutralisierung einen Ausweg aus dem Wachstumszwang zu weisen?

Mitwirkende: André Bleicher, Stefan Padberg, Wolfgang Rau

Ort: Forum 3, Gymnasiumstr. 21, 70173 Stuttgart

Teilnahmebedingungen:

Die Werkstatt am Freitagabend ist öffentlich, eine besondere Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Forschungskolloquium ist ausgelegt für Menschen, die sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben. „Neulinge” sind als interessierte Gäste und Zuhörer willkommen und herzlich eingeladen.

Da wir auf Hilfe zur Kostendeckung der Veranstaltung angewiesen sind, erbitten wir Spenden, die Sie nach eigenem Vermögen und Ermessen ansetzen können.

Anmeldung: Hier zum Anmeldeformular

Kontakt: Bitte per E-Mail an

Programm: Hier downloaden [folgt bald]

Programm

Freitag, 24. Juni 2022
19:00 - 21:30 Uhr

Öffentliches Werkstattgespräch, keine Anmeldung erforderlich

Details folgen bald.

Teilnahmebeitrag nach Selbsteinschätzung (Richtsatz EUR 10)

 

Samstag, 25. Juni 2022
9:00 - 18:30 Uhr

Details folgen bald.