Rudolf Steiner als Ökonom –
eine wert- und organisationstheoretische Betrachtung

Als Rudolf Steiner 1922 den „Nationalökonomischen Kurs“ hält, befindet sich die Volkswirtschaftslehre an einem Wendepunkt: Die im 19. Jahrhundert dominierende klassische Ökonomie und die in Deutschland vorherrschende Historische Schule, die beide im Wesentlichen eine objektivistische Arbeitswertlehre vertreten, werden durch die österreichische Grenznutzenschule herausgefordert, deren Wertbegriff von individuellen Nutzenerwägungen bestimmt wird. In der wissenschaftlichen Arena treffen subjektivistische und objektivistische Wertbegriffe aufeinander. Im Kampf der Dogmen verdrängt die subjektivistische Lehre die ökonomische Klassik – eine Entwicklung, die bis heute anhält.

In diesem ökonomischen Spannungsfeld verortet der Beitrag die von Steiner in seinem Vortragswerk entwickelten ökonomischen Begriffe und Konzepte. Dabei untersucht er, wie sich Steiner gewissermaßen zwischen alle Stühle setzt, indem er – ausgehend von einer Arbeitswertlehre – weitere Produktivitätstreiber herausarbeitet und darüber hinaus subjektivistische und objektivistische Perspektiven zu synthetisieren versucht.

In einem zweiten Analyseschritt wird der Markt als dominante ökonomische Koordinationsform der Klassik dem Konzept der Assoziation gegenübergestellt. Dabei wird die Unterscheidung zwischen der akteursunabhängigen „invisible hand“ und der akteursabhängigen „visible hand“ nachvollzogen. Auf dieser Grundlage lässt sich das „business system“ der Steinerschen Ökonomie präzisieren.

(Im Rahmen der Expertentagung “Anthroposophie und Wirtschaft”)

Veranstalter: ibugi – Alanus Hochschule, Steiner Studies (frommann-holzboog), Rudolf Steiner Archiv
Ort: Rudolf Steiner Archiv, Rüttiweg 15, CH-4143 Dornach
Zeit: Freitag, 13. November 2026, 9 bis 16 Uhr